Interview zum 100. Geburtstag

Margot Landthaler feierte am Ostermontag ihren 100. Geburtstag. Sie hat viel erlebt – deshalb ist Sohn Werner froh, dass sie in der Augsburger Senioren-WG von Yvonne Schell gut aufgehoben ist und noch vieles genießen kann: vom Lieblingsfrühstück bis zu Ausflügen zu den Schmetterlingen im Botanischen Garten.

 

Auch wenn Ihre Mutter nicht mehr viel sprechen kann, strahlt sie Lebensfreude aus – was ist ihr Geheimnis?

Werner Landthaler: Das ist zum einen ihr Naturell, sie hat immer gute Laune. Das hat sie durch alle 100 Lebensjahre getragen und lässt sie immer noch an vielen Freude finden. Zum anderen ist sie hier in der Augsburger Senioren-Wohngemeinschaft bestens versorgt: Jeden Morgen bekommt sie Grießbrei mit Himbeersaft, das sie über alles liebt. Es wechseln Betreuung mit Spielen oder Kreativität und Ruhezeiten ab, sodass sie jeden Tag bestmöglich so erleben darf, wie es ihr Zustand erlaubt.   

Welche Stationen prägten den Lebensweg Ihrer Mutter?

WL: Sie ist am 22. April 1919 in Kattowitz geboren, der Vater hat bei der Eisenbahn gearbeitet und sie selbst hat auch wieder einen Eisenbahner geheiratet. Auf eine behütete Kindheit folgte der Zweite Weltkrieg: Mein Vater war in Kriegsgefangenschaft und sie musste 1945 mit mir als Kleinkind die Heimat verlassen. Ich erkrankte auf der Reise schwer, aber meine Mutter hat nie aufgegeben. Ab 1948 haben wir dann wieder mit meinem Vater und ein Jahr später mit meinem neugeborenen Bruder in Augsburg gelebt.

Wie sah Ihr Leben dort aus? 

WL: Meine Mutter liebt die Natur. Wir haben viele Ausflüge mit den Rädern in die Umgebung unternommen. Außerdem haben wir oft gesungen, Musik ist die zweite große Leidenschaft meiner Mutter.

Ist das heute noch so? 

WL: Ja klar! Auch in der Senioren-WG wird musiziert, z.B. kommt regelmäßig ein Akkordeonspieler, und bis vor kurzem konnte meine Mutter noch „Anneliese“ oder „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ auswendig mitsingen. Sie genießt die Feste und Ausflüge. Im Frühjahr bekommt meine Mutter an schönen Tagen wieder ihren großen Hut aufgesetzt und verbringt die Ruhezeiten auf einer Liege im Garten. 

Weshalb haben Sie sich für die Senioren-WG von Yvonne Schell entschieden?

WL: Nach dem Tod meines Vaters und einem Schlaganfall vor acht Jahren konnte sie nicht mehr alleine leben. Ein Bekannter empfahl mir die WG und ich war sofort begeistert davon, wie die älteren Menschen hier leben und betreut werden: Es ist familiär und persönlich, die Kosten sind transparent und im Angehörigen-Rat organisieren wir selbst, wie wir unsere Lieben versorgt haben wollen. Alle Betreuer nehmen sich viel Zeit, sich um jeden individuell zu kümmern. Meine Mutter kam halbseitig gelähmt und mit Schluckbeschwerden hierher. Eigentlich hätte sie eine Magensonde bekommen sollen, aber Yvonne Schell und ihre Mitarbeiter haben es mit viel Geduld hinbekommen, dass sie wieder essen und das richtig genießen konnte. Alles, was den älteren Menschen Freude macht, wird hier liebevoll gefördert.

Na dann wünschen wir guten Appetit für die Geburtstagstorte und gratulieren herzlich zum 100.!